Radeberger Spielleute unterwegs in Russland

Veröffentlicht von Tom Thiele am

Nicht zum ersten Mal waren die Radeberger Spielleute auf den Spuren des Kaisers Napoleon Bonaparte unterwegs. 2014 zelebrierten sie beispielsweise in Paris die Erinnerung an seine Hochzeit mit Josephine. Und auch die spektakulären Gefechtsdarstellungen zum 200. Jahrestag der Völkerschlacht in Leipzig wurden von den Radebergern bereist. Doch ihre jüngste Reise wird den Musikern wohl in besonderer Weise im Gedächtnis bleiben. Hinter den knapp 50 Spielleuten liegt ein abenteuerliches Wochenende im einstigen Zarenreich Russland. Eingeladen hatte das Russische Kulturministerium – und das zu einem ganz besonderen Tag für Russland. 

Schlachtgedenken und ein ganz besonderes Treffen

Die erste Etappe der Reise bildete dabei das Dorf Borodino, das in der Nähe von Moskau liegt. Im Jahr 1812 kam es hier im Zuge der Napoleonischen Russland- Feldzüge zu einer verlustreichen Schlacht zwischen französischen und russischen Truppen. In Russland ist der erste Septembertag deswegen ein bedeutender, kriegsgeschichtlicher Feiertag, der jedes Jahr groß zelebriert wird. Ganze 40.000 Besucher wurden immerhin am Festwochenende gezählt, 1000 Infanteristen und 100 Reiter in historischen Uniformen waren am Programm aus Konzerten und einer Schlachtinszenierung beteiligt. Mittendrin: die Radeberger Spielleute in ihrer zeitgemäßen Bekleidung des Sächsischen Infanterieregimentes aus der Zeit um 1810. Zum ersten Mal gab es also königlich- sächsische Uniformenröcke auf altrussischer Bühne…

Die Vizechefin der Deutschen Botschaft in Russland, Beate Grzeski, und der Leiter des Militärattachéstabes General Ernst-Peter Horn mit den Radeberger Spielleuten

Dabei bot sich für die Musiker auch die einmalige Gelegenheit, mit der deutschen Auslandsvertretung in Russland in Austausch zu treten. Denn beim hiesigen Konzert anwesend war niemand Geringeres als die Vizechefin der Deutschen Botschaft in Russland, Beate Grzeski, sowie der Leiter des Militärattachéstabes General Ernst-Peter Horn. Und die waren von der Truppe in den historisch- nachempfundenen Uniformen so begeistert, dass prompt ein gemeinsamer Fototermin ausgemacht wurde – eine durchaus große Ehre für die Radeberger Spielleute, die die Russische Föderation größtenteils zum ersten Mal besuchten.

Spielleutemusik im Herzen Russlands

Ein Glitzern und Funkeln in Russlands Hauptstadt Moskau: Die 50 Mitglieder des Radeberger Spielmannszuges waren mittendrin.

Kreml und Wolkenkratzer, Bolschoi- Theater und roter Platz – und die Radeberger Spielleute mittendrin. Natürlich machten die 48 Musiker aus Radeberg auch Halt in Russlands Hauptstadt Moskau. Ihr erstes Ziel: die Basilius- Kathedrale, die weltweit wegen ihrer bunten Zwiebeltürme bekannt ist. Nach einem gemeinsamen Gruppenfoto hatten die Spielleute dann die Gelegenheit, die funkelnde und glitzernde Stadt an der Moskwa individuell zu besichtigen. Erst am letzten Abend der Reise wurde es hier noch einmal musikalisch. Denn ganz auf zünftige Spielleute- Musik verzichten kam für die Radeberger auch in der größten russischen Metropole nicht in Frage. Im hiesigen Restaurant „Ketch Up“, in dem auch das heimatliche Radeberger Pilsner ausgeschenkt wird, gab es dann die letzten Trommelwirbel und Flötentöne auf russischem Boden, bevor der Flieger wieder nach Deutschland abhob. Für die Radeberger Spielleute ging mit der Reise ein lang gehegter Traum in Erfüllung. Und wer weiß, wann und wo die Musiker demnächst wieder die berühmten Fährten Napoleons aufnehmen…