Russisches Kulturministerium lädt Radeberger Spielleute nach Borodino/ Moskau ein

Veröffentlicht von Tom Thiele am

Ihr letzter Auftritt in Großgörschen (Herbst 2018) hat für die Radeberger Erwachsenenspielleute ein positives Nachspiel. Denn anwesend war damals niemand Geringeres als eine Abordnung des russischen Kulturministeriums. Und die war von den Musikern in ihren historischen Uniformen sofort begeistert. Nun flatterte im Frühjahr eine ganz besondere Einladung in den Briefkasten des Spielmannszuges. Noch im August soll die erfolgreiche Formation nach Russland aufbrechen, um am dortigen Gedenken an die legendäre Schlacht von Borodino teilzunehmen.

Auf den Spuren eines alten Bekannten

Nicht zum ersten Mal folgen die Spielleute damit den Spuren eines der bekanntesten Feldherren Europas: denen des Kaisers Napoleon Bonaparte. So zelebrierten sie beispielsweise 2014 in Paris als eine von sechs internationalen Musikformationen die Erinnerung an Napoleons Hochzeit mit Josephine. Und auch die spektakulären Gefechtsdarstellungen zum 200. Jahrestag der Völkerschlacht in Leipzig wurden von den Radebergern bereist. Ein gutes Jahr vor dieser historischen Schlacht begann Napoleon seine Feldzüge gegen Russland. Im etwa 100 Kilometer von Moskau entfernten Borodino kam es schließlich am 7. September 1812 zu einer verlustreichen Schlacht zwischen französischen und russischen Truppen. Genau an diesem Ort soll es deswegen mehrere Gedenkveranstaltungen geben, bei denen der Spielmannszug Radeberg prompt als fester Bestandteil geplant ist.

Ob in Paris oder wie hier bei der Völkerschlacht in Leipzig: Nicht zum erste Mal folgen die Radeberger Spielleute den Spuren Napoleons.

Konzertreihe an einem historischen Ort

Für die Spielleute heißt das ein gut mit Platzkonzerten und Umzügen befülltes Wochenende mitten in Russland. Den Mittelpunkt der Erinnerung bildet heute ein Mahnmal sowie ein Panoramamuseum, welches 1962 erbaut wurde. Auch der Direktor des Museums war in Großgörschen dabei und wünschte sich die Radeberger Musiker vor der Kulisse seines Museums. Doch nicht nur die bedeutsamen Stätten rund um die Schlacht werden von den Radebergern bereist. Auch die russische Hauptstadt Moskau steht auf dem Reiseplan. Hier streben die Spielleute einen Tag für die Besichtigung der Sehenswürdigkeiten an. Immerhin ist es für die meisten eine einmalige Gelegenheit, die russische Kultur kennenzulernen. 

Berlin, Moskau, Borodino

Der Startschuss für die große Reise fällt am 30. August. Von da an machen sich die Spielleute auf eine etwa 2000 Kilometer lange Reise. Mit dem Bus geht es zunächst nach Berlin, von wo aus die Flugzeuge nach Moskau starten. Danach erfolgt am Flughafen Moskau- Scheremetjewo wieder der Umstieg in den Bus, mit dem sich die Spielleute auf die letzte Etappe nach Borodino begeben. Für die knapp 50 mitreisenden Musiker wird das auch eine logistische Herausforderung, immerhin sind große Gepäckstücke wie Pauke, Trommeln und Uniformen im Linienflug zu transportieren. Schon jetzt sind die Spielleute also mit den Vorbereitungen beschäftigt.

Ausschankwagen zum Stadtjubiläum

Einen Teil der Vorbereitungen leistet auch der Förderverein des Spielmannszuges. Um die Spielleute auch künftig so auszustatten, dass derartige Auftrittsreisen möglich werden, sind die Mitglieder gleich an mehreren Orten auf dem Stadtfest unterwegs. Am Samstag übernehmen sie gemeinsam mit dem Schlossverein die Bewirtung des Mittelalterspektakels im Schloss Klippenstein. Und am Sonntag sind die ehrenamtlichen Helfer im Kreuzungsbereich Pulsnitzer Straße und Oberstraße mit einem eigenen Ausschankwagen unterwegs.