Radeberger Spielleute bereit für Russland- Reise

Veröffentlicht von Tom Thiele am

Die Koffer sind gepackt, Instrumente fachgerecht verstaut, die Uniformen herausgeputzt: Seit Wochen bereiten sich die Radeberger Spielleute auf ihre große Reise nach Russland vor. Nachdem der Verein im Frühjahr eine Einladung des Russischen Kulturministeriums erhalten hat, hängen die Gedanken am größten Land der Welt, das die kommenden Tage zum Gedenken an die legendäre Schlacht von Borodino lädt. Nun wird es für die knapp 50 Musiker spannend. Am frühen Freitagmorgen beginnt die Fahrt von Radeberg aus nach Berlin, an die sich der Flug nach Moskau anschließt. Dabei steht der Formation ein ereignisreiches Wochenende bevor, und auch so manche Herausforderung gilt es zu bewältigen.

Ein Spielleute- Flyer in russischer Sprache: Auch das war ein Teil der Vorbereitungen auf die Reise der Radeberger.

Denn nicht nur die Mitglieder des Vereins und ihr persönliches Gepäck treten die immerhin 2000 Kilometer lange Reise an, auch große Instrumente wie Pauken, Trommeln und Lyren, dazu die Uniformen mit den aufwändig verzierten Tschakos müssen mit. Und das in einem üblichen Aeroflot- Linienflug. An die 80 Gepäckstücke hat der Verein dazu aufgeben müssen, um die komplette Spielleute- Ausrüstung unterzukriegen. Darunter zählen allein 47 Koffer, 10 verpackte Trommeln, Lyrenkoffer und sogar zwei Sperrgepäckstücke für Pauke, Stab und Standarte. Insgesamt stehen locker über anderthalb Tonnen Gepäck bereit für die weite Reise nach Russland. Das sind auch für erfahrene Spielleute einmalige Größendimensionen.

Anderthalb Tonnen Gepäck

Und das, obwohl die Spielleute durchaus schon die ein oder andere Erfahrung mit der Gepäckverstauung im Linienflug gemacht haben. In Erinnerung geblieben ist vielen beispielsweise die Reise nach New York im Jahr 2008, bei der es ganz ähnliche Herausforderungen zu bewerkstelligen gab. Denn auch damals stand man vor der Frage, wie die vielen Instrumente und Uniformteile im schmalen Gepäckkontingent mitgeführt werden können. Die Lösung: ein ausgeklügelter Packplan, bei dem jeder Koffermeter gemessen und optimal ausgenutzt wird. So werden beispielsweise auf bestimmte Personen Gepäckstücke aufgeteilt, die die Ausrüstung mehrerer anderer Personen enthalten. Und für die Verstauung ihrer Tschakos sind die Spielleute sogar kreativ geworden. In Eigenregie wurden so genannte Tschako- Bags entwickelt, eine Kombination aus stabilen Plastikeimern und wasserdichter Stoff- Ummantelung, die exakt in den vorgeschriebenen Reisemaßen drei der hochwertigen Kopfbedeckungen sicher transportieren können.

So manch ein Spielmann wurde im Laufe der Zeit so fast zu einem richtigen Logistik- Experten. Und das Gepäck ist nicht die einzige Herausforderung der Vereinsreise. 48 Personen mussten beispielsweise rechtzeitig Visa beantragen – und müssen nun rechtzeitig durch Zoll- Abfertigung und Reisepasskontrolle, um sich zuletzt in Russland trotz Sprachbarriere professionell präsentieren. Für Letzteres hat man sogar mit Moderationen und Flyern in russischer Sprache vorgesorgt. Das Ost- Abenteuer des Radeberger Spielmannszuges kann also beginnen. Fortsetzung folgt…

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