Spielleute in Radeberg

Im Territorium von Radeberg gibt es Nachweise von Spielmannszügen, die bis ins 19. Jahrhundert zurück reichen. In der Stadt selbst war es der Turn- und Sportverein "Vorwärts" der 1919 einen eigenen Spielmannszug unter der Leitung von Paul Kast gründete. 1924 waren in diesem Zug unter Tambourmajor Erich Nitsche bereits etwa 30 Spielleute vereinigt. Viele Auftritte in Radeberg und Umgebung gestaltete der Spielmannszug des "Vorwärtsvereins". Ein Höhepunkt war dabei die Einweihung des Vorwärtsstadions Radeberg am 26.08. 1928, daß sie fleißig mit aufgebaut hatten.

Ende 1929 wandelte sich der Spielmannszug in eine Kapelle mit reichhaltigerer Instrumentalbesetzung um. Trompeten, Posaunen, Tubas und Klarinetten wurden angeschafft und aus dem Spielmannszug wurde die "Vorwärtskapelle". Doch mit dem Machtantritt der Nazis wurde die "Vorwärtskapelle" 1933 verboten und ihre mühsam ersparten Instrumente beschlagnahmt.

Nach dem Krieg entstanden in vielen Orten um Radeberg neue Spielmannszüge wie z.B. in Großröhrsdorf, Pulsnitz oder Lichtenberg. Die von 1958 bis 1966 im zweijährigen Rhythmus stattfindenden Spielleutetreffen im Rödertal waren die bedeutensten ihrer Art. Bereits 1960 reisten zu diesen 1200 Spielleute aus 7 Bezirken an. Bestandteil des 5. Treffens 1966 war dann sogar die DDR-Bestenermittlung der neu gebildeten Sonderklasse der Spielmannszüge. Dieser Sonderklasse gehörte u.a. auch der sehr erfolgreiche Spielmannszug der BSG Traktor Lichtenberg unter Walter Gräfe an. Dieser wechselte 1968 in die Trägerschaft der damaligen BSG Rafena Radeberg.